Ein Gerüst kostet in Deutschland durchschnittlich ca. 7 € pro m² Gerüstfläche – inklusive Auf- und Abbau sowie bis zu 4 Wochen Standzeit. Für ein typisches Einfamilienhaus (ca. 200–250 m²) bedeutet das Gesamtkosten von rund 2.000 bis 3.500 €. Die meisten Firmen berechnen einen Mindestpreis von ca. 1.200 €, auch bei kleinen Projekten.
Richtwerte basierend auf Marktrecherche 2025/2026, Quellen: sanier.de, my-hammer.de, rolle-gerueste.de u. a. → Methodik
Gerüstkosten auf einen Blick
| Leistung | Preisspanne | Durchschnitt | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fassadengerüst pro m² | ca. 7 € | ~7 €/m² | inkl. Auf-/Abbau, 4 Wo. Standzeit |
| Einfamilienhaus (200–250 m²) | 2.000 – 3.500 € | ~2.500 € | Komplettpreis, Standard-Fassade |
| Zusätzliche Standzeit | 6 % (mind. 100 €/Wo) | pro Woche | oder ca. 6 % der Auftragssumme (mind. 100 €) |
| Mindestpreis (Pauschal) | 1.000 – 1.200 € | ~1.200 € | Auch bei kleinen Flächen |
| Gehweg-Genehmigung | 50 – 300 € | + Nutzungsgebühr | Städtisch, variabel |
Alle Angaben sind Richtwerte inkl. MwSt. Tatsächliche Preise variieren je nach Region, Gerüsttyp und Projekt. → Zur Methodik
Typische Szenarien
Balkon / kleine Fassade
- Gerüstfläche ca. 50–80 m²
- Standzeit 2–3 Wochen
- Typ Fassadengerüst
- Besonderheit Mindestpreis greift
Einfamilienhaus komplett
- Gerüstfläche ca. 200–250 m²
- Standzeit 3–4 Wochen
- Typ Fassadengerüst
- Häufigstes Projekt Fassade streichen
Mehrfamilienhaus / Dach
- Gerüstfläche 300–500+ m²
- Standzeit 4–8+ Wochen
- Typ Fassade + Dachfangschutz
- Besonderheit Genehmigung ggf. nötig
Was beeinflusst den Gerüstpreis?
Die Gerüstkosten hängen von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten im Überblick:
- Gerüstfläche (m²): Je größer die Fläche, desto höher die Gesamtkosten – aber der m²-Preis kann bei großen Projekten sinken.
- Standzeit: Bis zu 4 Wochen sind meist inklusive. Danach wird wöchentlich nachberechnet.
- Gebäudehöhe & Komplexität: Erker, Balkone, Dachüberstände oder schmale Zufahrten verteuern den Aufbau.
- Gerüsttyp: Ein einfaches Fassadengerüst ist günstiger als ein Raumgerüst oder Hängegerüst.
- Region & Saison: Im Winter und in ländlichen Gebieten oft 10–30 % günstiger als in Großstädten zur Hochsaison.
- Zusatzleistungen: Schutznetze, Planen, Treppenturm oder Gehweg-Genehmigung kosten extra.
Profi-Details
Gerüste werden in sechs Lastklassen eingeteilt, die die zulässige Belastung pro m² Gerüstbelag angeben:
- Klasse 2 (150 kg/m²): Für Inspektions- und leichte Malerarbeiten – am häufigsten bei Wohngebäuden.
- Klasse 3 (200 kg/m²): Für Putz-, Mauer- und Fassadenarbeiten – Standard bei Sanierungen.
- Klasse 4–6 (300–600 kg/m²): Für schwere Arbeiten mit Materiallagerung – nur bei speziellen Bauprojekten nötig.
Für die meisten Haus-Projekte (Streichen, Dacharbeiten) reicht Lastklasse 2 oder 3.
Konsolen erlauben es, das Gerüst an Vorsprüngen (Erker, Simse, Balkone) vorbeizuführen. Diese Spezialteile kosten zusätzlich und erfordern oft eine statische Berechnung. Bei einem Erker kann der Mehrpreis bei 200–500 € liegen.
Schutznetze (Dachfangnetze) fangen Personal und Material bei Dacharbeiten auf – vorgeschrieben bei Dachneigung ab 20° und Arbeitshöhe ab 3 m. Staubschutzfolien schützen Fassaden und Nachbargrundstücke bei Sanierungsarbeiten. Kosten: ca. 15 €/lfm für Netze, 2–6 €/m² pro Laufmeter.
Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Gerüste für Dritte nur noch von Meisterbetrieben aufgestellt werden. Die bisherige Übergangsregelung für andere Gewerke ist entfallen. Privatpersonen dürfen Gerüste auf dem eigenen Grundstück für eigene Zwecke aufbauen, müssen aber Sicherheitsvorschriften beachten (DGUV 201-011).
Typische Kostenfallen
- Angebot ohne Besichtigung: Seriöse Gerüstbauer besichtigen das Objekt. Ohne Besichtigung drohen Nachberechnungen.
- Standzeit vergessen: Wenn das Projekt länger dauert als geplant, laufen Standzeit-Zuschläge auf.
- Genehmigung vergessen: Steht das Gerüst auf dem Gehweg, brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis – sonst droht ein Bußgeld.
- Zu günstiges Angebot: Wenn wichtige Sicherheitsmaßnahmen (Verankerung, Seitenschutz) fehlen, muss nachgerüstet werden.
- Enge Zufahrt: Langer Transportweg vom LKW zum Gebäude kann zu erheblichen Mehrkosten führen.
So bekommst du ein gutes Angebot
- Mindestens 3 Angebote von verschiedenen Gerüstbauern einholen
- Darauf achten, dass Auf-/Abbau, Standzeit und Transport im Preis enthalten sind
- Fotos und einen Lageplan mitsenden, damit genau kalkuliert werden kann
- Nach Lastklasse und Gerüsttyp fragen – nicht jedes Gerüst passt für jedes Projekt
- Klären, ob eine Gehweg-Genehmigung nötig ist und wer sich darum kümmert
Ratgeber-Themen
Gerüstkosten in NRW
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Gerüstkosten in weiteren Großstädten
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Häufige Fragen zu Gerüstkosten
Ein Gerüst kostet im Durchschnitt zwischen ca. 7 € pro m² Gerüstfläche. Dieser Preis gilt für ein Standard-Fassadengerüst inklusive Auf- und Abbau sowie einer Standzeit von bis zu 4 Wochen. Je nach Region, Gerüsttyp und Zusatzleistungen kann der Preis auf 7 bis 15 € pro m² variieren.
Für ein typisches Einfamilienhaus mit ca. 200–250 m² Gerüstfläche liegen die Kosten bei 2.000 bis 3.500 €, inklusive Auf-/Abbau und 4 Wochen Standzeit. Die meisten Gerüstbauer berechnen einen Mindestpreis von ca. 1.200 €. → Mehr zu Einfamilienhaus-Kosten
Ja. Die meisten Gerüstbauunternehmen berechnen einen Mindestpreis (Pauschalpreis) von ca. 1.000 bis 1.200 €, auch bei kleinen Flächen. Das liegt an den fixen Kosten für Anfahrt, Auf-/Abbau und Logistik, die unabhängig von der Fläche anfallen. → Mehr zum Pauschalpreis
In der Regel sind bis zu 4 Wochen Standzeit im Grundpreis enthalten. Jede weitere Woche kostet zusätzlich ca. 6 % der Auftragssumme an (mindestens jedoch 100 €). → Mehr zu Standzeit & Miete
Wenn das Gerüst auf einem öffentlichen Gehweg oder einer Straße steht, benötigen Sie eine Sondernutzungserlaubnis von der Stadt. Die Kosten liegen je nach Stadt zwischen 50 und 300 € an Verwaltungsgebühren, plus laufende Nutzungsgebühren pro m² und Monat. → Mehr zu Genehmigungen
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